Der rote Faden
Ted Grant
Ted Grant (1913–2006) ist das Bindeglied zwischen der heutigen Generation und der revolutionären Bewegung des 20. Jahrhunderts. Inspiriert von der Russischen Revolution reichte sein Wirken von der Zeit der Linken Opposition gegen den Stalinismus in den 1930ern über den Zweiten Weltkrieg, die Revolutionen der Nachkriegszeit, die Jahre des Wirtschaftsaufschwungs und der kolonialen Befreiungsbewegungen bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion und darüber hinaus.
In dieser ganzen Zeit verkörperte er wie kein Zweiter die Ideen des genuinen Marxismus, das Erbe von Marx, Engels, Lenin und Trotzki und die Anwendung und Weiterentwicklung ihrer Theorien in einer neuen Weltsituation. Die brennendsten Fragen der Arbeiterbewegung – zum Beispiel: Was ist die Aufgabe der Kommunisten im Krieg? Welche Perspektiven eröffnet die Nachkriegszeit? Was ist das Wesen der Chinesischen Revolution? Welche Rolle spielen die stalinistischen Regime in Osteuropa? – wurden von ihm am schärfsten gefasst und richtig beantwortet. Dabei lieferte er wichtige Beiträge zum Charakter der Revolutionen in der kolonialen Welt und entwickelte das marxistische Theoriegebäude in der Staatsfrage bedeutend weiter.
Ted Grant rettete die Ideen des Marxismus über eine Zeit hinweg, in der der Kapitalismus felsenfest erschien und sich große Teile der Bewegung dem Stalinismus, der Sozialdemokratie oder anderen politischen Sackgassen zuwandten. Das war nur auf der Grundlage richtiger Perspektiven und Ideen – auf Grundlage der marxistischen Methode – möglich. Revolutionäre heute müssen den roten Faden aufnehmen und sich dieses theoretische Erbe aneignen.
